Samstag, 21. November 2009

Nichts für Ungeduldige...

… sind diese Socken. Ich habe ganz schön lange daran gestrickt, denn die kleinen Zöpfchen, neun an der Zahl, müssen in jeder zweiten Reihe verdreht werden.

Während des Herumwerkelns mit der Zopfnadel (ohne geht bei mir gar nicht!) habe ich gemerkt, dass es mir richtig Freude bereitet, möglichst lange an ein und demselben Projekt zu arbeiten. Der Wert eines solchen Stückes steigt mit der Zahl der Stunden, die man investiert hat. Es ist etwas ganz besonderes!

Das Muster ist ein Eigenentwurf. Es erinnert mich ein wenig an bayerische Trachtenstrümpfe. Was ich daran mag ist, dass es eher filigran wirkt. Und ich denke schon über ein weiteres Paar nach, vielleicht in Schwarz oder Grau.

Bei der Bumerangferse habe ich diesmal zwei Zentimeter vor dem eigentlichen Fersenbeginn mit den Zöpfen aufgehört und glatt rechts weiter gestrickt. So gefällt es mir besser, weil sonst das Muster zu weit in die Ferse hinein reicht. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich ein Paar ältere gekaufte Socken genauer betrachtet habe und sah, dass sie es da genauso gemacht haben.

Die Socken sind übrigens für mich selber.

Garn: Sockenwolle von Woolworth braun (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 345m/100g
Verbrauch: 92 Gramm
Nadeln: Bambus-Nadelspiel 2,25
Größe: 40

Muster:
72 M anschl. (Maschenzahl teilbar durch 8)
1. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
2. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
3. Rd.: *1 M li, 2 M nach re verkreuzen (1 M auf die Zopfnadel nehmen und hinter die Arbeit legen, die 2. M re str., dann die M der Zopfnadel re str.), 2 M nach li verkreuzen ( 1 M auf Zopfnadel nehmen und vor die Arbeit legen, die 2. Masche re str., dann die Masche der Zopfnadel re str.), 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
4. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
5. Rd.: *1 M li, 2 M nach li verkreuzen, 2 M nach re verkreuzen, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
R. 2-5 wiederholen

Dienstag, 17. November 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 47/2009

Wie verhältst Du Dich, wenn Dich kurz vor Weihnachten die totale Strick- und Häkelunlust überfällt, Du aber noch jede Menge angefangene Projekte herumliegen hast, die eigentlich noch als Weihnachtsgeschenk fertig werden sollen?

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Nicht dass ich keine Lust hätte zu stricken, das ist zum Glück selten der Fall, aber dass ich es nicht schaffen könnte, alles noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Dann würde ich eben den zu Beschenkenden einen Gutschein basteln, in dem ich ihnen das Strickstück verspreche und die Sachen in Ruhe weiter machen. Zeitdruck mag ich nämlich gar nicht, das wäre erst recht ein Grund, die Strickerei zu vertagen.

Samstag, 14. November 2009

Hilfe, meine selbstgestrickten Socken schrumpfen!

Seitdem es draußen kälter ist, trage ich täglich voller Stolz meine Wollsocken und musste nun voll Entsetzen feststellen, dass sie am Fuß immer kürzer werden, je mehr ich sie beanspruche. Wenn das so weitergeht, werden noch Kinderstrümpfe daraus! Sie sind an der Sohle ganz verfilzt, so als hätte ich sie zu heiß gewaschen. Dabei waren sie perfekt an meine Schuhgröße angepasst! Das ärgert mich natürlich sehr. Ob es wohl an der Wolle liegt oder an den Schuhen? Obwohl ja auf dem Etikett etwas von filzfrei stand… Also werde ich völlig neue Berechnungen anstellen müssen, den Fuß beim nächsten Paar vielleicht erst mal ein bis zwei Zentimeter länger stricken und dann abwarten ob die Strümpfe beim Tragen auf Optimalgröße zusammenschrumpfen. Man lernt eben nie aus!

Dienstag, 10. November 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2009

Ich fange ein neues Strickstück immer mit viel Enthusiasmus an - es ist einfach toll, neue Wolle anzustricken. Aber mit dem Fertigstellen hapert es bei mir noch, das fordert viel Durchhaltevermögen. Wenn dann mal etwas fertig wird, habe ich richtig Trennungsschmerz und bin traurig, dass es vorbei ist. Geht es Euch ähnlich?

Ich mag es, sehr lange an einem Teil zu stricken, sehr viel Zeit und Gedanken zu investieren, viel lieber als Stricken wie am Fließband. Mit dem Material zu spielen, etwas auszuprobieren, bis es hundertprozentig passt, macht mich glücklicher als das Gefühl, etwas Fertiges in den Händen zu halten. Deswegen finde ich gelegentlich kein Ende beim Stricken. Manchmal ribble ich sogar etwas wieder auf, nur um die Wolle nochmals verstricken zu können, mit einem Muster, das noch besser passt oder in einer Form, die mir noch besser gefällt. Erst wenn alles perfekt ist, kann ich mich auch über das Ergebnis freuen und kann das Teil gerne wegschenken oder selber tragen. Aber erst mal dahinkommen!

Freitag, 6. November 2009

Warme Finger...

… sind jetzt garantiert, denn nach mehreren Versuchen und vielen Stunden Grübeln über diversen Anleitungen habe ich mein erstes Paar Fingerhandschuhe fertig bekommen. Es war nicht ganz einfach zu kapieren, dass der Daumen etwas nach innen versetzt werden muss und die genauen Maße für die Finger mussten auch erst mal erprobt werden. Ich bin sehr stolz, dass ich es am Ende doch noch hinbekommen habe. Nur mit der Wolle von Lana Grossa bin ich wieder mal nicht zufrieden, weil sie kratzt.


Garn: Lana Grossa Meilenweit Farbe 1105 (80% Schurwolle, 20% Polyamid), LL ca. 210m/50g
Verbrauch: 60 Gramm
Nadeln: Bambus-Nadelspiel 2,25

ANLEITUNG:

Anschlag 60 M, je 2 mal 14 und 16 M auf 4 Nadeln Stärke 2,25 verteilen, zur Runde schließen, 40 R. Bündchen stricken (3 M re, 1 M li).
Dann glatt re weiter str.

Linker Handschuh:
(Der Handschuhrücken geht über 34 M, die Innenseite geht über 26 M)
Daumenkeil: Für den Daumenkeil gleich in der 1. Runde vor der 23. und nach der 24. M der Innenseite je 1 M re verschr. aus dem M-Querdraht herausstr. Dies noch 7 mal in jeder 4. folg. Rd. wdh (immer vor und nach den zugenommenen M), so dass der Daumenkeil jetzt 18 M breit ist. Noch 2 Rd. darüber str. und dann diese 18 M auf einen Hilfsfaden nehmen und stilllegen. Aus farblich abstechendem Garn eine Luftmaschenkette aus 10 Luftmaschen häkeln (später auch für die Stege die M aus Luftmaschen auf diese Weise auffassen). Aus dieser mit dem Originalgarn 10 M auffassen und die Runde um den Daumenkeil so schließen. Weiter in der 4., 6. und 8. Rd. die ersten 2 M des zehnmaschigen Keils mit SSK improved zus. str. (eine M wie zum Rechtsstricken abheben, die nächste M wie zum Linksstricken abheben. Beide Maschen auf die linke Nd zurück heben und re verschränkt zusammenstricken), die letzten beiden M des Daumenkeils re zus. str., so dass die Rd. nach dem letzten Abnehmen 62 M zählt. Bis zum Ansatz des kleinen Fingers sind ab Bündchen insgesamt 46 Rd. zu str.
Kleiner Finger: In der 47. Rd. ab Bündchen 53 M re str., dann die restlichen 9 M von der Oberseite und 4 M von der Innenseite (= 13 M) auf einem Hilfsfaden stilllegen. Für den Steg zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger 3 M aus einer Luftmaschenkette auffassen, die Runde wieder schließen und noch 4 Runden stricken.
Ringfinger: 8 M von der Oberseite, die 3 M des Steges vom kleinen Finger und 7 M der Innenseite auf einem Hilfsfaden stilllegen (=18 M), wieder 3 M aus einer Luftmaschenkette aufnehmen und die Runde schließen.
Mittelfinger: 8 M von der Oberseite, 3 M des Steges und 7 M von der Innenseite auf einen Hilfsfaden nehmen (= 18 M)
Zeigefinger: Zu den restlichen 19 M 3 M für den Steg zwischen Zeigefinger und Mittelfinger aus Luftmaschen auffassen. Die M auf 3 Nadeln verteilen, in Rd. str. In der 3. Rd. über dem Steg die letzten beiden M des Steges re zus. str. (= 21 M). Nach 24 Rd. ab Steg für die Spitze wie folgt abnehmen: 10 x 2 M re zusstr., 1 M re. In der nächsten Runde 1 M re, 5 x 2 M re zusstr. Die restlichen M mit dem Faden zusammenziehen.
Mittelfinger: Aus dem Steg des Zeigefingers die 3 M auffassen, dabei die Querfäden vor und nach den 3 Stegmaschen aufnehmen, einmal verdrehen und mit der folgenden M re zusstr., damit keine Löcher entstehen. Dann die 17 stillgelegten M aufnehmen und alle 21 M auf drei Nd verteilen. 30 Rd. str., dann die Spitze arb.
Ringfinger: Dasselbe wie beim Mittelfinger. 26 Rd. str., dann die Spitze arb.
Kleiner Finger: Zu den 13 stillgelegten M vor und nach den 3 M des Steges je 1 M auffassen und die Rd. schließen, dabei den Querfaden jeweils einmal verdrehen, so dass kein Loch entsteht (=18 M). 20 Rd. str., dann die Spitze arb.: 9 x 2 M re zusstr., in der nächsten Runde 4 x 2 M re zusstr., 1 M re
Daumen: die 18 M vom Hilfsfaden auf zwei Nd. verteilen, die 10 M aus dem Keil ebenfalls auffassen und die Luftmaschenkette dabei auftrennen. Beim Schließen der Runde den Querfaden vor und nach dem Keil aufnehmen, verdrehen und mit der folgenden M re zusstr., damit keine Löcher entstehen. In der 2. und 6. Rd. die beiden ersten M des Keils mit SSK improved zusstr., die beiden letzten M des Keils re zusstr. (=24 M) 27 Rd. str., dann die Spitze arb. Dazu 12 x 2 M re zusstr., in der nächsten Rd. 6 x 2 M re zusstr.

Rechter Handschuh:
Für den Daumenkeil in der 1. Rd. ab Bündchen nach der 2. und vor der 5. M der Innenseite je 1 M aus dem M-Querdraht herausstr. und fortfahren wie beim linken Handschuh
Kleiner Finger: Nach der 46. Rd. ab Bündchen 24 M re str., dann 4 M der Innenseite und 9 M der Oberseite stilllegen, 3 M für den Steg aus einer Luftmaschenkette auffassen, fortfahren wie beim linken Handschuh
Ringfinger: 7 M von der Innenseite, 3 M des Steges und 8 M von der Oberseite stilllegen, 3 M aus einer Luftmaschenkette auffassen, weiter wie beim linken Handschuh
Mittelfinger: 7 M von der Innenseite, 3 M des Steges und 8 M von der Oberseite stilllegen, weiter wie beim linken Handschuh
Zeigefinger: Zu den restlichen 19 M 3 M für den Steg auffassen und weiter wie beim linken Handschuh
Die Finger und den Daumen wie beim linken Handschuh beschrieben zu Ende str.

Fertigstellung: Alle Luftmaschenketten auftrennen, die Fäden vernähen und evtl. Löcher zwischen den Fingern damit zusammenziehen.

Mittwoch, 4. November 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 45/2009

Das Wollschaf fragt diese Woche: Wann (Uhrzeit) strickt ihr am häufigsten - also vormittags, nachmittags oder doch abends?

Ich stricke am liebsten bei Tageslicht, weil das die Augen schont, vor allem wenn ich dunkle Wolle habe. Im Winter ist das natürlich etwas schwierig. Ich merke aber, dass es mir weniger Spaß macht bei schlechten Lichtverhältnissen zu stricken. Ich beginne mit dem Stricken eigentlich gleich nach dem Frühstück, bis ich aus dem Haus gehe. Diese Zeit finde ich die schönste des Tages, weil man noch frisch und unverbraucht ist und die Gedanken noch klar sind. Es ist fast wie Meditation. Aber jetzt an den dunklen Nachmittagen und Abenden ist es auch gemütlich, wenn man den Tag mit einer Tasse Tee und Stricken ausklingen lassen kann.

Freitag, 30. Oktober 2009

Verena Spezial: In 80 Socken um die Welt

Ich stand vor diesem Sonderheft, habe es in aller Eile durchgeblättert (könnte ja sein, dass man es auch kaufen muss, wenn man zu lange blättert) und hab es dann doch wieder ins Regal zurückgeschoben. Aber es hat mich nicht mehr losgelassen. Die liebevolle, aufwändige Gestaltung, die schönen Bilder und die übersichtlichen Grafiken... Also bin ich noch mal los und habe das Heft gekauft und sofort darin geschmökert. Die Texte sind wirklich durchgängig stimmig und unterhaltsam und mit Anekdoten vollgepackt (ob die Schreiber wirklich an all den Orten waren, die sie da schildern?) Nur von den Mustern bin ich nach wie vor nicht sehr begeistert. Ganz einfach, weil ich das Gefühl habe, dass sie dem Anspruch des Heftes nicht gerecht werden. Es soll ja eine Weltreise sein und das Landestypische, die jeweilige Stricktradition soll in Socken umgesetzt werden. Das Typische kann ich bei den meisten Beispielen aber nicht finden. Mir kommt es so vor, als hätten die Designerinnen nicht allzu viel Mühe und Zeit investiert, ganz im Gegenteil zu den Grafikern und Textern. Zwischen beiden ist ein deutlicher Bruch. Ich frage mich, woran das wohl liegt. Zu wenig Können oder Unwissen?
Danke übrigens an Jinx für ihren
erhellenden Artikel über dieses Heft.