Sonntag, 28. Dezember 2014

Ein paar Zahlen

Zum Jahresende ziehe ich gerne Bilanz über das, was ich gestrickt habe. Dieses Jahr habe ich nicht nur darüber Buch geführt, sondern auch über meine Wollkäufe, und herausgekommen ist dies: 11,2 Kilo Wolle sind im Jahr 2014 dazu gekommen. Upps! Mehr als ich dachte. Aber nun ja, man gönnt sich ja sonst nichts. Verbraucht habe ich dagegen nur 3,22 Kilogramm, was daran liegt, dass ich nur wenige große Teile, dafür mehr Kleinteile gestrickt habe. Und zwar sind entstanden:
- 2 Pullover
- 2 Schals
- 2 Tücher
- 2 Mützen
- 9 Paar Socken
- 1 Kissen
Obwohl ich gefühlt mehr Strickzeit darauf verwendet habe, als in den vergangenen Jahren, ist die Ausbeute doch geringer. Aber ich bin ja insgesamt gut versorgt mit Selbstgestricktem. Somit kann ich ganz entspannt ins neue Jahr gehen und einfach das stricken, worauf ich gerade Lust habe.

Samstag, 27. Dezember 2014

Tragefotos Winterbloom


Ich schulde Euch noch Tragefotos meines Winterbloom-Sweaters, die ich hiermit nachreiche:


 
Der Pullover passt perfekt, ich liebe ihn, möchte ihn aber nur zu bestimmten, besonderen Gelegenheiten tragen, weil ich fürchte, er könnte durch zu viel Beanspruchung schäbig werden. Es steckt so viel Arbeit darin, die ich damit würdigen möchte. Das erste Mal hatte ich ihn zu Heiligabend an und fühlte mich perfekt angezogen.

Freitag, 26. Dezember 2014

Schöne Bescherung!



Wie versprochen, möchte ich Euch auch dieses Jahr einen Blick auf meinen Gabentisch gewähren. Diese Geschenke habe ich mir selbst gegönnt:
- Biberbettwäsche von Hess Natur, wunderbar weich und warm. (Und weil sie so schön ist, habe ich sie mir gleich noch in blau-kariert nachbestellt.)
- 4 Päckchen Baby Alpaka in Mittelgrau von Fair Alpaka (hier schon gezeigt)
- Ein schönes Buch von Gerhard Wehr mit dem langen Titel "Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als innen." Lebensbilder der Mystik im 20. Jahrhundert.
- Und schließlich drei fruchtige Duschbäder von Yves Rocher.

Und von meinen Eltern habe ich mir diese Sockenwolle von Vendita gewünscht:

 
Schöne bunte Farben, auf die ich gerade Lust hätte, wenn nicht ein anderes Projekt auf den Nadeln wäre. Davon bald mehr... Außerdem gab`s noch ein paar liebevoll ausgewählte Kleinigkeiten und Naschereien und auch etwas Weihnachtsgeld, das ich gerade gut gebrauchen kann!

Nebel



Es war ein wahrer Genuss, diese butterweiche Alpakawolle von Pascuali zu verstricken! Deswegen war es auch nicht weiter schlimm, dass es erst im dritten Versuch geklappt hat, diese Mütze daraus zu fabrizieren.

Das Modell ist von Kim Hargreaves aus dem Heft Still und es wird laut Anleitung nicht in Runden, sondern flach gestrickt. Beim ersten Versuch geriet alles etwas zu weit, auch der Kettmaschenrand beulte sich durch das Patentmuster aus. Dann ein Versuch, die Mütze in Runden zu stricken, der daran scheiterte, dass sich alles verzog, weil die Maschen immer nur in der gleichen Richtung über die Nadeln geschoben wurden. Also zurück zu Kim Hargreaves` Vorgehensweise mit dünnerer Nadel. Diesmal auch mit einem anderen Rand, dem Schweizer Rand. Den strickt man so: alle Randmaschen immer links stricken. Übrigens wird das Patent statt mit Umschlag, mit tiefer gestochenen Maschen gestrickt. Das geht viel leichter von der Hand. Leider schweigt sich Kim Hargreaves darüber aus, wie die Naht geschlossen werden soll. Ich habe es mit dem Matratzenstich versucht. So ist die Naht fast unsichtbar.

Muster: Mist aus Still von Kim Hargreaves
Material: Pascuali Alpaca Fino Color 8
Verbrauch:  98 Gramm
Nadeln: 3
Begonnen am: 2. November 2014
Beendet am: 23. Dezember 2014
Für: mich

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Das Wollschaf fragt...

Heute möchte das neugierige Wollschaf gerne wissen, ob Ihr Hamster oder Puristen seid. Hast Du einen Wollvorrat oder kaufst Du nur projektbezogen? Schöpfst Du gerne aus dem vollen oder belasten Dich größere Vorräte eher?

Früher rechnete ich mich zu den absoluten Puristen. Ich habe nur dann Wolle gekauft, wenn ich ein bestimmtes Projekt geplant habe. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass man Wolle auch sammeln und horten kann, so wie manche Schuhe, Hüte oder andere schöne Dinge sammeln.

Heute gehöre ich zu den Hamstern. Vor allem bei Sockenwolle, die man gut in allen Ecken verstauen kann, da sie nicht viel Platz benötigt, kann ich nicht widerstehen und horte sie, ohne zu wissen, ob ich alle Knäuel je verstricken werde. Bei Pulloverwolle lasse ich etwas mehr Vernunft walten und kaufe nur so viel, wie ich auch unterbringen kann.

Und nervös würde ich dann werden, wenn meine Vorräte dahinschmelzen würden und Zuwachs nicht in Aussicht stünde.

Samstag, 20. Dezember 2014

Weihnachten


 
Wir
wollen
glauben
an
ein langes Jahr,
das uns gegeben ist,
neu,
unberührt, voll nie gewesener Dinge,
voll nie getaner Arbeit,
voll Aufgabe,
Anspruch und Zumutung.
Wir wollen sehen,
das wir´s nehmen lernen, ohne allzu viel fallen zu lassen
von dem
was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und
Großes von ihm verlangen.
 
Rainer Maria Rilke
 
 
Allen meinen treuen Leserinnen, den mir bekannten wie den unbekannten wünsche ich friedvolle und besinnliche Weihnachtstage und ein gutes und kreatives neues Jahr! 

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Debbie Bliss: Fine Donegal

 
 
Ich weiß noch ganz genau, welches mein erstes Strickbuch war, das den Grundstein meiner umfangreichen und geliebten Sammlung bildete. Es war Stricken von Debbie Bliss. Und es war damals eine wirkliche Offenbarung nach langer Strickabstinenz. Irgendwie lagen wir auf der gleichen Wellenlänge. Ich mochte die Aran- und Guernsey-Modelle, die schlichten aber hochwertigen Garne, die Auswahl der gesammelten Muster und die Art, wie die Designerin Mut machte, es doch wieder mit dem Stricken zu probieren. Zwischenzeitlich war Debbie Bliss bei mir etwas in Vergessenheit geraten, angesichts der Fülle des Strickbuchmarktes und Internets. Doch neulich kamen die beiden zauberhaften Bücher Country Knits und Traditional Knitting hinzu, die mich wieder an damals erinnerten. Und nun ein bescheidenes Heftchen mit dem Titel Fine Donegal, auf das mich Anneli aufmerksam gemacht hat. Das Titelmodell, das Tuch mit Blattmuster, mag ich besonders, aber auch dieser dunkelrote Gansey ist schön:
 
 
Und auch das Modell, an dem Anneli gerade strickt, der Cabled Sweater, ist toll. Ich denke, ich werde jetzt wieder ein Auge auf Debbie Bliss und ihre Werke haben. Das Buch Design It, Knit It steht jedenfalls auf meiner Liste ganz oben!

Ein Lieblingsstück ...

 

... wird ganz sicher dieser Schal, der mich gegen frostige Temperaturen schützen soll. Er ist ein echtes Schwergewicht: mehr als 5 Knäuel Merinowolle von Lana Grossa habe ich dafür verstrickt. Er misst 185 cm in der Länge und 19 cm in der Breite. Mit Nadel 3,25 habe ich 63 Maschen angeschlagen. Das Muster aus rechten und linken Maschen erscheint auf beiden Seiten gleich und es geht so:
1. R.: 2 M re, *1 M li, 3 M re, enden mit 1 M li, 2 M re
2. R.: 1 M li, *3 M re, 1 M li

Ursprünglich sollte der Schal ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater werden. Doch er empfand ihn als zu dick und wollte ihn nicht haben. Darüber bin ich gar nicht traurig, denn schon während des Strickens habe ich mich in Material, Beschaffenheit und Dicke des Strickstückes verliebt und es wäre mir sehr schwer gefallen, ihn wegzugeben!

Muster: siehe oben
Material: Lana Grossa Merino 2000, LL 50g=160 m, Farbe 444 Anthrazit
Verbrauch:  258 Gramm
Größe: 185 x 19 cm
Nadeln: 3,25
Begonnen am: 17. November 2014
Beendet am: 12. Dezember 2014
Für: mich!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das Wollschaf fragt...

Weihnachten steht vor der Tür – wünscht Du Dir etwas aus dem Handarbeitsbereich? Und wenn ja, was? Wissen die Menschen, die Dich beschenken wollen, was Dir gefallen würde oder musst Du einen Wunschzettel mit genauen Angaben schreiben?

Bei uns gibt es zu Weihnachten nicht so große Geschenke. Deswegen habe ich mir angewöhnt, mich selbst mit Wolle oder Strickliteratur zu beschenken. Das mache ich zwar das ganze Jahr über, aber zu Weihnachten darf es dann auch mal was Besonderes sein. Dieses Mal ist es schmuseweiche Wolle von Fair Alpaka. Davon habe ich hier schon berichtet. Obwohl meine Familie über meinen Wollvorrat stöhnt, kommt auch noch etwas Sockenwolle dazu. Ausgesucht habe ich sie selbst, dann weitergegeben und an Heiligabend bekomme ich sie verpackt zurück. Ich freue mich über alles gleichermaßen, egal ob es von mir selbst oder von anderen kommt. Es gibt aber auch noch einige Geschenke, die nichts mit Stricken zu tun haben. Davon dann mehr nach Weihnachten!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Schönes Stricken



Dieses Buch-Schnäppchen aus dem Rosenheimer Verlagshaus habe ich Anneli zu verdanken, die es kürzlich in ihrem Blog lobend erwähnt hat. Von diesem Verlag besitze ich einige sehr schöne Bücher, die sich unter anderem um die Bewahrung des Kulturguts Stricken bemühen. Zum Beispiel die drei Bände Bäuerliches Stricken von Lisl Fanderl oder Omas Strickgeheimnisse von Erika Eichenseer, die zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen. In Schönes Stricken habe ich ein Quintett aus dezenten naturfarbenen Socken entdeckt, das ich sehr schön finde:

 
 
Was mir noch gefällt: wie die Sachen fotografiert wurden. So, als wären die Fotos aus einem privaten Fotoalbum genommen, ganz liebevoll arrangiert. Ich habe für das Buch gerade einmal 3 Euro ausgegeben, also in jeder Hinsicht ein echtes Schnäppchen!

Zwischenstand Flint



Flint ist nun schon so weit gediehen, dass ich die Schulternaht von Vorder- und Rückenteil schließen konnte und auch einen Rollkragen drangestrickt habe, anstelle des Stehkragens in der Anleitung. In diesen bin ich jetzt schon ganz verliebt. Ich mag Rollkragen! Nicht zu eng anliegend dürfen sie sein und möglichst bis ans Kinn reichen, so dass man wirklich rundum gewärmt wird. Noch ein Wort zur Wolle von der Wendelstein Schafwollspinnerei: diese ist wirklich wunderbar, gar nicht kratzig, super warm und unverwüstlich. Die werde ich noch häufiger verstricken!

Mittwoch, 26. November 2014

Barbara G. Walker: Knitting from the Top

 
 
Ein Buch, an dem ich mir in den vergangenen Wochen bzw. Monaten die Zähne ausgebissen habe, ist Knitting from the Top von Barbara G. Walker. Wie man am Titelblatt unschwer erkennen kann, ist das Buch in den 70ern zum ersten Mal erschienen. Dann wurde es 1996 bei Schoolhouse Press wieder herausgebracht. Mein Exemplar habe ich bei Martinas Bastel- und Hobbykiste erstanden, nachdem ich gelesen hatte, dass dieses Buch noch immer grundlegend sei für die Methode des Top-Down-Strickens. Ich habe mich nun täglich intensiv lesend und übersetzend mit der Materie vertraut gemacht, muss aber sagen, dass es Barbara Walker nicht geschafft hat, mich von ihrer Art des Strickens zu überzeugen. Das Buch liest sich längst nicht so amüsant wie die Werke von Elizabeth Zimmermann - die beiden waren ja Zeitgenossinnen. Es beschränkt sich auf trockene Art und Weise auf praktische und technische Anweisungen, ist sehr präsise aber auch sehr textlastig. Da helfen die spärlichen Zeichnungen auch nicht weiter.

 
Ich denke, dass das Buch sicher eine Offenbarung für fortgeschrittene Top-Down-Strickerinnen ist, für Anfänger ist es doch eher mühselig und frustrierend. Barbara Walker strickt so ziemlich alles von oben und in Runden, vom klassischen Raglan über Hosen bis hin zur Mütze. Alle nur denkbaren Kleidungsstücke und Sweater-Formen behandelt sie und hat es wirklich zur Meisterschaft gebracht. Ich respektiere ihre großartige Leistung, werde aber wohl weiterhin in Einzelteilen und von unten nach oben stricken.;)


Freitag, 21. November 2014

Brooklyn Tweed: Wool People 8



Die neue Kollektion von Brooklyn Tweed ist online. Es gibt viele schöne Designs, die allerdings diesmal nicht so meinen Geschmack treffen. Ich bin fast ein wenig froh darüber, denn ich ersticke in Anleitungen und kaufe viel zu viele. Weiß gar nicht, wann ich das alles nachstricken soll. Es sind diesmal einige Designerinnen dabei, die ich noch nicht kannte. Vier Modelle habe ich unter meinen Favoriten bei Ravelry abgespeichert:

 
Cedarwood von Alicia Plummer
 
Hier mag ich das dezente Muster und die ebenso unauffällige Farbe. Nur fehlen mir bei der Blende am Vorderteil ein paar Knöpfe. Offen getragene Cardigans sehen zwar schick aus, sind aber etwas unpraktisch.


Field von Kazekobo
 
Dieses ist mein Lieblingsmodell. Ich würde nur die Ärmel in rechten statt in linken Maschen stricken, einfach weil rechte Maschen gleichmäßiger aussehen.


Gable von Hannah Fettig
 
Ich glaube, es ist der sanfte blaue Farbton, der mich bei diesem Modell anspricht. Mich stört etwas, dass sich der Sweater vorn hochzieht. Das sieht nicht schön aus.

 
Aster von Manda Shah
 
Ab und zu stricke ich ganz gerne ein Tuch. Dieses fordert sicher viel Aufmerksamkeit und gehört in die Schublade "Romantik".
 
Das Lookbook mit allen Modellen könnte Ihr hier anschauen.

Donnerstag, 20. November 2014

Kaminfeuer


 
Immer wenn ich an Schlüsselstellen bei einem größeren Projekt komme, pausiere ich gerne, hole erst einmal Schwung und beschäftige mich nebenbei mit etwas ganz Simplem wie diesen Socken. Dann passe ich den richtigen Moment ab, in dem ich mich bewaffnet mit Zählrahmen, Taschenrechner, Stift und Block an die Arbeit mache, um Taillierung, Armausschnitte oder Halsausschnitte zu berechnen. Da ich Anleitungen nie stur folge, muss ich mir diese Arbeit machen. Während meiner Arbeit an meinem Gansey Flint sind also diese Socken fertig geworden.
 
Die Wolle dieser Socken ist vom letzten Weihnachten und erinnert mich in der Farbgebung an ein prasselndes Feuer. Sie ist von Vendita - die gibt es einmal im Jahr vor Weihnachten im Discounter A*. Es ist inzwischen ein alljährliches Ritual, dass ich dann dort hinlaufe, um mich mit Sockenwolle einzudecken, die ich mir dann zum Fest schenken lasse. Die Qualität der Wolle ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und kann mit teuren Markengarnen natürlich nicht mithalten. Dennoch verstricke ich sie oft und gerne.
 
Muster: Schaft: 3 M re, 1 M li, Fuß: glatt rechts
Material: Vendita Sockenwolle
Verbrauch: 84 Gramm
Größe: 40
Nadeln: Prym Bambusnadelspiel 2
Begonnen am: 21. Oktober 2014
Beendet am: 12. November 2014
Für: mich!


Mittwoch, 19. November 2014

Winterbloom


 
Nun habe ich die letzten Fäden vernäht und kann Euch stolz meinen fertigen Winterbloom-Sweater nach Martin Storey präsentieren. Mit der Passform bin ich diesmal sehr zufrieden. Weite und Länge sind perfekt und auch die Schulterpartie habe ich passend hinbekommen. Aber wie so oft gibt es auch diesmal ein kleines Detail, das verbesserungswürdig ist. Es betrifft die Halsausschnittrundung und Armkugeln. Dort habe ich betonte Abnahmen gestrickt, also nicht unsichtbar die Randmaschen abgenommen, sondern eine Masche nach und vor den Randmaschen sichtbare Abnahmen gestrickt. So zieht sich ein schmaler Streifen rechter Maschen um die Ausschnitte. Das sieht bei rechts gestrickten Teilen sehr schön aus, doch bei diesem Aran-Lace-Muster erscheint es mir wie ein kleiner Makel. Na ja, bei meinem Gansey mache ich es jetzt besser. Mal schauen, ob ich noch schöne Tragefotos hinbekomme.
 
Muster: Winterbloom von Martin Storey aus The Knitter (Deutschland) 16/2013
Material: DROPS Baby Merino, Farbe Altrosa Hell 29
Verbrauch: 707 Gramm
Größe: 44/46
Nadeln: 2,5 und 2,75
Begonnen am: 20. Mai 2014
Beendet am: 16. November 2014