Mittwoch, 29. Oktober 2008

Frust

Liegt es am Wetter - trüb und grau - oder wirklich nur an meiner Wenigkeit: ich bin gefrustet, weil es mit dem Stricken wieder mal nicht so klappt wie erwartet. Ich habe derzeit drei Projekte in Arbeit - doch keines ist bislang fertig geworden. Vielmehr habe ich einiges wieder aufgetrennt und neu begonnen, weil mir das Muster zu schwer war und weil die guten Stücke nicht gepasst haben.

Bei meinem weißen Aran-Pullover stecke ich mit den Ärmeln fest, weil ich das Muster in die Zunahmen für die Ärmelschrägung einbeziehen muss. Was sich meinem derzeitigen Trotzkopf als unzumutbare Schwierigkeit darstellt. Und ganz plötzlich gefällt mir das ganze Strickstück nicht mehr so richtig.

Bei dem bayerischen Janker musste ich das Rückenteil, das schon fertig war, noch mal neu stricken, um auf die gewünschte Breite zu kommen.

Dann noch der beigefarbene Aran - pure Verzweiflung! Das Muster hat sich während des Strickens als so aufwändig erwiesen, dass ich die Lust verloren habe und folglich das fast fertige Rückenteil noch mal komplett aufgetrennt habe. Mit Graus malte ich mir aus, die ganzen Verzopfungen fürs Vorderteil nochmal wiederholen zu müssen. Jetzt stricke ich weniger Muster, bin aber irgendwie auch wieder nicht glücklich damit.

Am liebsten würde ich das Stricken im Moment wieder mal ganz sein lassen und lieber was anderes tun. Erst recht, wenn ich mit einem gewissen Neid auf Eure tollen Sachen und die Fortschritte dabei schaue!

Dienstag, 28. Oktober 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 44/2008

Und schon ist wieder Dienstag und Zeit für eine neue Frage unseres neugierigen Wollschafes: Mittlerweile stricke ich gern Socken (passt natürlich auch auf Pullover und Co.) nach englischen Anleitungen; dabei fällt mir auf, dass oft Nadelstärke/Garnwahl nicht immer für 4-fädiges Sockengarn passt - z.B. werden für die Denmark Socken aus Knitting on the Road von Nancy Bush 3,25mm Nadeln und Garn mit 120m/50g verwendet. Da das Internet ja unglaubliche Möglichkeiten bietet, werde ich mir diese Socken über Google und Flickr ansehen, um herauszubekommen, wie andere das gehändelt haben. Wie hältst du das ... schaust du dir auch über das Netz das Strickstück vorher an, um dir Tipps zu holen? Herzlichen Dank an Anja für die heutige Frage!

Mal schauen, ob ich den Sinn der Frage verstanden habe: Seitdem ich blogge, sind auch immer mehr englischsprachige Strickbücher in meinen Besitz übergegangen und ich blättere gerne darin herum. Aber direkt nachgestrickt habe ich noch nichts, ich habe nur das eine oder andere Muster daraus entnommen und umgemodelt. Ich tue mich mit der Sprache noch schwer und ebenso ergeht es mir mit dem Internet, sprich mit Ravelry. Dort habe ich bis jetzt nur vorbeigeschaut, um den Inhalt von diversen Strickbüchern zu sichten. Eine Anleitung von dort habe ich noch nicht nachgearbeitet. Aber es ist spannend zu sehen, wie die Modelle, die mit unterschiedlichen Garnen gestrickt wurden, bei den verschiedenen Strickerinnen ausfallen. Bloß hat mir das bei meinen eigenen Projekten bis jetzt nicht wirklich weitergeholfen. Trotzdem schaue ich immer wieder gerne bei Ravelry rein, allein deshalb, um mich staunend daran zu erfreuen, wie viele Menschen es doch gibt, die wie ich das Stricken als Hobby haben (und die im Gegensatz zu mir ihre Werke auch fertig bekommen!)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Zwangspause

Den Laptop, an dem ich bisher gearbeitet habe, hat es leider entschärft und ich komme nicht mehr ins Internet damit. Also musste ich auf einen anderen etwas altertümlichen Computer ausweichen, mit dem ich wiederum keine Bilder mehr bearbeiten kann. Das heisst, das es an dieser Stelle vorerst nichts zu sehen gibt, nur noch zu lesen. Solange, bis das Problem behoben ist. Sorry.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 42/2008

Unser neugieriges Wollschaf ist diese Woche auf die Socke gekommen und fragt: Beim Einräumen meiner Sockenschublade habe ich festgestellt, das ich diese fast nicht mehr zu bekomme. Und daraufhin habe ich mal gezählt wieviele Sockenpaare in meiner Schublade wohnen. Nun würde mich mal interessieren, wieviel Sockenpaare denn die anderen Strickerinnen so haben. Herzlichen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Bis jetzt zähle ich mich nicht zu den großen Sockenstrickerinnen. Deshalb fällt die Antwort auf die heutige Wollschaffrage ernüchternd aus: ich besitze nämlich kein einziges Paar selbstgestrickter Socken. Mal schauen, ob sich das in naher Zukunft ändert!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 41/2008

Das Wollschaf hat auch diese Woche wieder eine sehr interessante Frage: Seitdem ich mich in diversen Strickforen 'rumtreibe', Blogs lese etc., komme ich nicht mehr zum Stricken und sonstigem Handarbeiten. Geht's Euch auch so? Wieviel Zeit verbringt Ihr mit Surfen im Netz im Vergleich zum Stricken und Umsetzen dessen, was Ihr dort an Anregungen gesehen habt? Herzlichen Dank an Brigitte für die heutige Frage!

Ich beginne mit dem Stricken meistens erst am Abend vor dem Fernseher. Das geht dann so bis ich müde werde, also an die zwei bis drei Stunden. Vorher bin ich täglich etwa ein bis maximal zwei Stunden im Netz unterwegs und schaue mir unter anderem auch die Strickblogs an, die ich in meiner Favoritenliste habe. Das sind an die zwanzig, die ich regelmäßig lese, dann dienstags das Wollschaf und ab und an stöbere ich in etwa dreißig anderen Strickblogs. Ich könnte jedoch nicht behaupten, dass mir durch das Bloggen Zeit fürs Stricken verloren geht. Vielmehr inspiriert mich das Surfen in anderen Blogs sehr und es regt mich an, mit dem eigenen Stricken voran zu kommen, damit ich in meinem Blog was zeigen kann. Und noch ein Nebeneffekt ist eingetreten: ich habe mehr Geld für Wolle und vor allem für neue Strickbücher ausgegeben als vor der Entdeckung des Bloggens. Aber ich möchte es auf keinen Fall mehr missen!

Samstag, 4. Oktober 2008

Mein bayerischer Janker

Es war Ljolja, die mich durch ihr Janker-Projekt angeregt und ermutigt hat, mein eigenes hier auch vorzustellen. Ich wollte meinen bayerischen Trachtenjanker, den ich gerade stricke, nämlich eigentlich unter den Tisch fallen lassen, weil ich dachte: Ihr strickt alle so tolle moderne Sachen und ich komme hier mit so etwas Altmodischem wie einem Janker in kraus rechts. Übrigens liebe ich kraus rechts Gestricktes, sowohl vom Maschenbild her, als auch vom Vorgang des Strickens, weil man ja nur rechte Maschen stricken muss.


Die Wolle, die ich vor einiger Zeit von einem regionalen Händler erstanden habe, hat schon einen längeren Weg hinter sich. Sie war mal ein Aran-Sweater. Aber der, so stellte sich heraus, war nicht nur sehr dick und warm, sondern nach der Wäsche auch zeltartig weit geworden. Also musste geribbelt werden. Jetzt soll aus der unglaublich kratzigen Wolle jener bayerische Janker werden. Natürlich werde ich ihn auch tragen, aber wahrscheinlich nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, im Garten, wenn es abends zu kalt wird.


Ich muss zugeben, dass ich schon zweimal so ein Ungetüm gestrickt habe. Ein Janker in dunkelbraun lag bis vor kurzem fein säuberlich verstaut in einer Kiste, der andere, ein kratziges hellbraunes Dingens, ist inzwischen in den Besitz meiner Mutter übergegangen, die ihn aber auch nur im Garten trägt. Mir selber ist er nämlich etwas zu eng und zu kurz.


Was Ihr hier seht, ist das Rückenteil mit einer „Rille“ in der Mitte, weswegen man eine ungerade Maschenzahl aufnehmen muss. Die Rille entsteht, indem man in den Hinreihen 1 Masche links strickt und diese eine Masche in den Rückreihen rechts. Natürlich bekommt der Janker auch Armausschnitte, damit er gut sitzt. Wie immer habe ich keine Anleitung, sondern habe alles selbst berechnet. Ich stricke ihn etwas geräumiger als die beiden anderen, damit man ihn auch zuknöpfen kann. Die Breite beträgt 58 Zentimeter, die Gesamtlänge 68 Zentimeter. Da passt dann locker auch ein Mann rein.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2008

Das Wollschaf hat heute eine irgendwie intellektuelle Frage, die ich gerne beantworte: In der Interweave Knits vom Winter gab es einen Artikel, der sich mit der Frage beschäftigt, ob (und warum) mache StrickerInnen eher prozess- und andere eher produktorientiert stricken. Das würde mich auch interessieren. Ist für Euch der Prozess des Strickens oder das fertige Produkt entscheidend?
Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!

Es kann sowohl das eine als auch das andere der Fall sein: es gab und gibt Projekte, da ging es mir vor allem darum, ein bestimmtes Werk herzustellen, das ich gerne tragen wollte oder das für einen anderen lieben Menschen bestimmt war. Also habe ich in solchen Fällen produktorientiert gearbeitet.

Auf jeden Fall aber ist auch der Prozess des Strickens entscheidend. Wenn das Stricken an einem bestimmten Muster keinen Spaß machen würde, dann würde ich die Nadeln gar nicht erst in die Hand nehmen. Ich nehme mir eigentlich fast täglich Zeit fürs Stricken und genieße es einfach, etwas Kreatives zu tun.

Bis jetzt ist es bei mir noch nicht vorgekommen, das ich um des Strickens willen etwas angefangen habe, für das ich nicht auch eine Verwendung gehabt hätte. Aber wer weiß schon was noch kommt…