Freitag, 8. Januar 2010

Auf der Suche...

... nach der perfekten Socke bin ich noch immer. Zuerst wird Maß genommen und alles in eine Skizze eingetragen. Und zwar messe ich den Umfang um den Köchel und unterhalb des Wadenbeginns. Dann noch die Höhe bis die Wade beginnt. Es gibt schließlich dicke und dünne und lange und kurze Beine und danach richten sich der Anschlag und die Schafthöhe.

Diesmal habe ich mit sechsfädiger Wolle gestrickt - zum ersten Mal. Ich verwende zur Orientierung immer diese Tabellen von Coats. Weil ich aber eher dünne Nadeln nehme, reichen bei mir die dort angegebenen Maschen nicht aus. Bei diesen Socken habe ich für etwas dickere Beine 64 Maschen mit Nadel 2,75 angeschlagen. Der Strumpf sollte von vornherein etwas lockerer sitzen, weil die Wolle beim Tragen und Waschen immer noch zusammenschrumpft. Also habe ich auch in der Fußlänge einen guten Zentimeter zugegeben.

Die Wolle von Regia hinterließ beim Stricken einen guten Eindruck. Sie ist sehr weich und kuschelig, ich befürchte aber dass sie sehr filzen wird, wegen dieser Weichheit.

Leider kann man mit solch dicker Wolle kein richtiges Muster stricken, weil es zu sehr aufträgt. Deshalb habe ich ein Rippenmuster gewählt: 1 M re, 1 M li, dann eine R rechts darüber str. Wiederholen. Das ist nicht sehr einfallsreich, aber wirksam. Ich hatte es zuerst glatt rechts probiert, aber da ist der Schaft nicht so dehnbar wie mit Rippen.

Die Socken sind ein Geschenk. Ich selber bevorzuge ja das vierfädige Garn, es macht auch mehr Spaß, damit zu stricken. Diese dicke Wolle würde sich aber bestimmt gut für Mützen und Pullover eignen.


Garn: Regia 6-fädig, Farbe Borke meliert 02140 (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 375m/150g
Verbrauch: 126 Gramm
Nadeln: Nadelspiel 2,75
Größe: 42

Dienstag, 15. Dezember 2009

Weihnachtssocken

Jetzt sind es doch nur wieder Socken geworden und ich bin ein bisschen unglücklich, dass ich mein eigentliches Vorhaben erst mal verschieben musste. Eigentlich wollte ich eine Mütze stricken – als Weihnachtsgeschenk für meinen Vater. Aber irgendwie wollte sich auf die Schnelle nicht die passende Wolle dafür finden. An Mützen habe ich mich erst zweimal versucht. Aber ich merke, es ist an der Zeit, es wieder zu tun.

Die Weihnachtssocken haben wieder das krause Rippenmuster, das ich für Herrenstrümpfe einfach toll finde. Nur die Wolle (Meilenweit von Lana Grossa) und ich werden wohl keine Freunde mehr werden. Sie fühlt sich hart an und scheint nicht so warm zu sein wie gedacht. Ich werde die paar Knäuel, die ich noch vorrätig habe, verstricken und dann wahrscheinlich keine mehr nachkaufen, obwohl die Verlockung groß ist, weil mir die Wolle optisch sehr gut gefällt. Es gibt nämlich schöne Färbungen und ich hatte beim Angreifen den Eindruck, dass sie schön dick und warm ist.

Garn: Lana Grossa Meilenweit braun Farbe 1305 (80% Schurwolle, 20% Polyamid), LL ca. 210m/50g
Verbrauch: 96 Gramm
Nadeln: Nadelspiel 2
Größe: 43 (habe den Fuß aber einen Zentimeter länger gestrickt)
Muster: krause Rippen
72 M anschlagen und 20 R Bündchen str (2M re, 2 M li im Wechsel) Dann weiter im Muster: Reihe 1: alle M re str. Reihe 2: 2 M re, 2 M li str.; R 1 und R 2 immer wiederholen.
7 R. bevor die Bumerangferse beginnt mit dem Muster an der Ferse enden und auf der 4. und 1. Nd. re weiter str.

Freitag, 27. November 2009

Zwischendurch...



... sind diese Fingerhandschuhe entstanden, mein zweites Paar. Gestrickt nach meiner Anleitung und ohne Muster. Es kommt mir allerdings immer noch wie ein kleines Wunder vor, dass man mit so simplen Mitteln wie einem Knäuel Wolle und fünf Nadeln ein so kompliziert wirkendes Gebilde wie Fingerhandschuhe stricken kann! Dabei ist es wirklich gar nicht schwer! Nur das Vernähen der unzähligen Fäden am Schluss stört etwas. Aber sie verschwinden ja innen und man sieht sie nicht mehr. Diese Handschuhe sind ein Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. Die nächsten sind schon in Planung - ich will es dann vielleicht mal mit Zöpfen auf dem Handrücken versuchen.

Samstag, 21. November 2009

Nichts für Ungeduldige...

… sind diese Socken. Ich habe ganz schön lange daran gestrickt, denn die kleinen Zöpfchen, neun an der Zahl, müssen in jeder zweiten Reihe verdreht werden.

Während des Herumwerkelns mit der Zopfnadel (ohne geht bei mir gar nicht!) habe ich gemerkt, dass es mir richtig Freude bereitet, möglichst lange an ein und demselben Projekt zu arbeiten. Der Wert eines solchen Stückes steigt mit der Zahl der Stunden, die man investiert hat. Es ist etwas ganz besonderes!

Das Muster ist ein Eigenentwurf. Es erinnert mich ein wenig an bayerische Trachtenstrümpfe. Was ich daran mag ist, dass es eher filigran wirkt. Und ich denke schon über ein weiteres Paar nach, vielleicht in Schwarz oder Grau.

Bei der Bumerangferse habe ich diesmal zwei Zentimeter vor dem eigentlichen Fersenbeginn mit den Zöpfen aufgehört und glatt rechts weiter gestrickt. So gefällt es mir besser, weil sonst das Muster zu weit in die Ferse hinein reicht. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich ein Paar ältere gekaufte Socken genauer betrachtet habe und sah, dass sie es da genauso gemacht haben.

Die Socken sind übrigens für mich selber.

Garn: Sockenwolle von Woolworth braun (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 345m/100g
Verbrauch: 92 Gramm
Nadeln: Bambus-Nadelspiel 2,25
Größe: 40

Muster:
72 M anschl. (Maschenzahl teilbar durch 8)
1. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
2. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
3. Rd.: *1 M li, 2 M nach re verkreuzen (1 M auf die Zopfnadel nehmen und hinter die Arbeit legen, die 2. M re str., dann die M der Zopfnadel re str.), 2 M nach li verkreuzen ( 1 M auf Zopfnadel nehmen und vor die Arbeit legen, die 2. Masche re str., dann die Masche der Zopfnadel re str.), 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
4. Rd.: *1 M li, 4 M re, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
5. Rd.: *1 M li, 2 M nach li verkreuzen, 2 M nach re verkreuzen, 1 M li, 2 M re; ab * stets wdh.
R. 2-5 wiederholen

Freitag, 6. November 2009

Warme Finger...

… sind jetzt garantiert, denn nach mehreren Versuchen und vielen Stunden Grübeln über diversen Anleitungen habe ich mein erstes Paar Fingerhandschuhe fertig bekommen. Es war nicht ganz einfach zu kapieren, dass der Daumen etwas nach innen versetzt werden muss und die genauen Maße für die Finger mussten auch erst mal erprobt werden. Ich bin sehr stolz, dass ich es am Ende doch noch hinbekommen habe. Nur mit der Wolle von Lana Grossa bin ich wieder mal nicht zufrieden, weil sie kratzt.


Garn: Lana Grossa Meilenweit Farbe 1105 (80% Schurwolle, 20% Polyamid), LL ca. 210m/50g
Verbrauch: 60 Gramm
Nadeln: Bambus-Nadelspiel 2,25

ANLEITUNG:


Anschlag 60 M, je 2 mal 14 und 16 M auf 4 Nadeln Stärke 2 verteilen, zur Runde schließen, 40 R. Bündchen stricken (3 M re, 1 M li).
Dann glatt re weiter str.

Linker Handschuh:(Der Handschuhrücken geht über 34 M, die Innenseite geht über 26 M)
Daumenkeil: Für den Daumenkeil gleich in der 1. Runde vor der 23. und nach der 24. M der Innenseite je 1 M re verschr. aus dem M-Querdraht herausstr. Dies noch 7 mal in jeder 4. folg. Rd. wdh (immer vor und nach den zugenommenen M), so dass der Daumenkeil jetzt 18 M breit ist. Noch 2 Rd. darüber str. und dann diese 18 M auf einen Hilfsfaden nehmen und stilllegen. Aus farblich abstechendem Garn eine Luftmaschenkette aus 10 Luftmaschen häkeln (später auch für die Stege die M aus Luftmaschen auf diese Weise auffassen). Aus dieser mit dem Originalgarn 10 M auffassen und die Runde um den Daumenkeil so schließen. Weiter in der 4., 6. und 8. Rd. die ersten 2 M des zehnmaschigen Keils mit SSK improved zus. str. (eine M wie zum Rechtsstricken abheben, die nächste M wie zum Linksstricken abheben. Beide Maschen auf die linke Nd zurück heben und re verschränkt zusammenstricken), die letzten beiden M des Daumenkeils re zus. str., so dass die Rd. nach dem letzten Abnehmen 62 M zählt. Bis zum Ansatz des kleinen Fingers sind ab Bündchen insgesamt 46 Rd. zu str.
Kleiner Finger: In der 47. Rd. ab Bündchen 25 M re str., dann die restlichen 9 M von der Oberseite und 4 M von der Innenseite (= 13 M) auf einem Hilfsfaden stilllegen. Für den Steg zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger 3 M aus einer Luftmaschenkette auffassen, die Runde wieder schließen und noch 4 Runden stricken.
Ringfinger: 8 M von der Oberseite, die 3 M des Steges vom kleinen Finger und 7 M der Innenseite auf einem Hilfsfaden stilllegen (=18 M), wieder 3 M aus einer Luftmaschenkette aufnehmen und die Runde schließen.
Mittelfinger: 8 M von der Oberseite, 3 M des Steges und 7 M von der Innenseite auf einen Hilfsfaden nehmen (= 18 M)
Zeigefinger: Zu den restlichen 19 M 3 M für den Steg zwischen Zeigefinger und Mittelfinger aus Luftmaschen auffassen. Die M auf 3 Nadeln verteilen, in Rd. str. In der 3. Rd. über dem Steg die letzten beiden M des Steges re zus. str. (= 21 M). Nach 31 Rd. ab Steg für die Spitze wie folgt abnehmen: 10 x 2 M re zusstr., 1 M re. In der nächsten Runde 1 M re, 5 x 2 M re zusstr. Die restlichen M mit dem Faden zusammenziehen.
Mittelfinger: Aus dem Steg des Zeigefingers die 3 M auffassen, dabei die Querfäden vor und nach den 3 Stegmaschen aufnehmen, einmal verdrehen und mit der folgenden M re zusstr., damit keine Löcher entstehen. Dann die 18 stillgelegten M aufnehmen und alle 21 M auf drei Nd verteilen. 35 Rd. str., dann die Spitze arb.
Ringfinger: Dasselbe wie beim Mittelfinger. 33 Rd. str., dann die Spitze arb.
Kleiner Finger: Zu den 13 stillgelegten M vor und nach den 3 M des Steges je 1 M auffassen und die Rd. schließen, dabei den Querfaden jeweils einmal verdrehen, so dass kein Loch entsteht (=18 M). 25 Rd. str., dann die Spitze arb.: 9 x 2 M re zusstr., in der nächsten Runde 4 x 2 M re zusstr., 1 M re
Daumen: die 18 M vom Hilfsfaden auf zwei Nd. verteilen, die 10 M aus dem Keil ebenfalls auffassen und die Luftmaschenkette dabei auftrennen. Beim Schließen der Runde den Querfaden vor und nach dem Keil aufnehmen, verdrehen und mit der folgenden M re zusstr., damit keine Löcher entstehen. In der 2., 6. und 10. Rd. die beiden ersten M des Keils mit SSK improved zusstr., die beiden letzten M des Keils re zusstr. (=24 M) 31 Rd. str., dann die Spitze arb. Dazu 12 x 2 M re zusstr., in der nächsten Rd. 6 x 2 M re zusstr.
Rechter Handschuh:Für den Daumenkeil in der 1. Rd. ab Bündchen nach der 2. und vor der 5. M der Innenseite je 1 M aus dem M-Querdraht herausstr. und fortfahren wie beim linken Handschuh
Kleiner Finger: Nach der 46. Rd. ab Bündchen 58 M re str., dann 4 M der Innenseite und 9 M der Oberseite stilllegen, 3 M für den Steg aus einer Luftmaschenkette auffassen, fortfahren wie beim linken Handschuh
Ringfinger: 7 M von der Innenseite, 3 M des Steges und 8 M von der Oberseite stilllegen, 3 M aus einer Luftmaschenkette auffassen, weiter wie beim linken Handschuh
Mittelfinger: 7 M von der Innenseite, 3 M des Steges und 8 M von der Oberseite stilllegen, weiter wie beim linken Handschuh
Zeigefinger: Zu den restlichen 19 M 3 M für den Steg auffassen und weiter wie beim linken Handschuh
Die Finger und den Daumen wie beim linken Handschuh beschrieben zu Ende str.

Fertigstellung: Alle Luftmaschenketten auftrennen, die Fäden vernähen und evtl. Löcher zwischen den Fingern damit zusammenziehen.

Freitag, 30. Oktober 2009

Verena Spezial: In 80 Socken um die Welt

Ich stand vor diesem Sonderheft, habe es in aller Eile durchgeblättert (könnte ja sein, dass man es auch kaufen muss, wenn man zu lange blättert) und hab es dann doch wieder ins Regal zurückgeschoben. Aber es hat mich nicht mehr losgelassen. Die liebevolle, aufwändige Gestaltung, die schönen Bilder und die übersichtlichen Grafiken... Also bin ich noch mal los und habe das Heft gekauft und sofort darin geschmökert. Die Texte sind wirklich durchgängig stimmig und unterhaltsam und mit Anekdoten vollgepackt (ob die Schreiber wirklich an all den Orten waren, die sie da schildern?) Nur von den Mustern bin ich nach wie vor nicht sehr begeistert. Ganz einfach, weil ich das Gefühl habe, dass sie dem Anspruch des Heftes nicht gerecht werden. Es soll ja eine Weltreise sein und das Landestypische, die jeweilige Stricktradition soll in Socken umgesetzt werden. Das Typische kann ich bei den meisten Beispielen aber nicht finden. Mir kommt es so vor, als hätten die Designerinnen nicht allzu viel Mühe und Zeit investiert, ganz im Gegenteil zu den Grafikern und Textern. Zwischen beiden ist ein deutlicher Bruch. Ich frage mich, woran das wohl liegt. Zu wenig Können oder Unwissen?
Danke übrigens an Jinx für ihren
erhellenden Artikel über dieses Heft.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 44/2009

Das Wollschaf fragt heute: Wer zu stricken beginnt, kauft Wolle, und das natürlich gemäß seinen Vorlieben bzw. den Projekten. Ich habe festgestellt, dass die Wolle, die ich zu Anfang meiner noch relativ kurzen Strickkarriere kaufte, eine andere ist, als die, die ich heute bevorzuge, dasselbe gilt für die Projekte. Wie ist das bei Euch?

Früher, ganz am Anfang, da habe ich auch schon mal Polyester in Babyrosa oder leuchtendem Türkis verstrickt. Die Pullover habe ich geliebt! Aber das ist zum Glück lange her. Es folgte eine Phase, in der ich es am liebsten ganz natürlich mochte. Also möglichst naturbelassene Schafwolle, am liebsten ungefärbt. Dabei ist es im Großen und Ganzen geblieben. Ich mag nicht so gerne Wolle, die so behandelt wurde, dass man ihren Ursprung nur noch erahnen kann. Oder solche, die mit chemischen Farben grellbunt gefärbt wurde. Ich möchte bei der Wolle die ursprüngliche Farbe und Beschaffenheit des Vlieses noch erahnen können. Wolle kann ruhig etwas kratzig sein.

Das Sockenstricken hat bei mir ja eine relativ kurze Historie. Aber hier gehe ich Kompromisse ein - die Socken verschwinden ja eh in den Schuhen: an den Füßen darf es nicht kratzen und die Wolle sollte vor allem strapazierfähig und maschinenwaschbar sein, aber auch hier in möglichst dezenten Farben.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2009

Inzwischen gibt es ja Stricknadeln aus allen möglichen Materialien: aus Kunststoff, Bambus, Edelhölzern oder Metall. Wie müssen die Nadeln beschaffen sein, die Ihr bevorzugt und welche Erfahrungen habt Ihr mit den verschiedenen Materialien gemacht?

Bei den Rundstricknadeln verwende ich seit Jahren schon die Alunadeln von Inox. Mit denen bin ich auch sehr zufrieden, die Seile halten und die Nadeln brechen nicht. Einziger Nachteil: es gibt sie nicht in den Zwischengrößen (2,25 usw.). Die unbeschichteten Metallnadeln, wie es sie von Addi gibt, die mochte ich noch nie. Den Grund dafür kann ich allerdings nicht nennen, vielleicht weil sie sich so kalt anfühlen in der Hand.

Fürs Strümpfe stricken wechsle ich zwischen Bambus-Nadeln und den beschichteten Alunadeln. Im Sommer ist es beispielsweise schwierig, mit Bambusnadeln zu stricken, wenn die Hände etwas schwitzig sind. Dann rutschen die Maschen gar nicht. Im Winter dagegen ist Bambus sehr angenehm, weil es wärmer ist als Alu. Nur habe ich immer mal wieder das Problem mit brechenden Nadeln. Bei den Alu-Nadelspielen gibt es leider wieder die Zwischengrößen nicht.

Bisher konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, Holznadeln zu kaufen, weil es mit meinen erprobten Nadeln so gut klappt. Nadeln aus Plastik habe ich auch noch nie verwendet.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Socken, Schals & Co

Dieses Buch hat mich ziemlich enttäuscht, weil die vorgestellten Modelle – hauptsächlich Socken – einfach nur langweilig sind. Abgesehen von zwei Paar bayerischen Trachtensocken ist gar nichts drin, was mich anspringen würde. Der erste Teil geht ja noch – unifarbene Strümpfe mit Loch- und Zopfmustern, wenngleich recht simplen, die man auch ohne Anleitung hätte selbst entwerfen können. Aber dann wird es auch noch farbig und zwar ziemlich grell - das ist gar nicht mein Geschmack. Bestimmt werde ich das Buch irgendwann wieder abgeben…

Ich finde, es gibt bei uns übermäßig viele Sockenbücher mit zu wenig Anspruch. Das nächste Sockenbuch und auch das übernächste wird auf jeden Fall ein englischsprachiges sein!

Eva Tiesler - Bunte Maschen

Das Buch war mit ein paar Cent ein echtes Schnäppchen, gebraucht gekauft bei Amazon, und was mich besonders gefreut hat, in einem neuwertigen Zustand, wahrscheinlich nie benutzt. Es stammt noch aus der alten DDR und wurde im Verlag für die Frau in Leipzig verlegt. Warum es den Titel „Bunte Maschen“ trägt, erschließt sich mir allerdings nicht. Denn es ist hauptsächlich eine Mustersammlung (mit Rechts-Links-Mustern, Zopfmustern, Noppen- und Schlingenmustern, Patent, vielen Lochmustern und - kaum erwähnenswert - wenigen mehrfarbigen Mustern. Wenn man schon einige Musterbücher hat, ist der Inhalt nicht überraschend, alles hat man irgendwo schon mal so oder so ähnlich gesehen. Es folgen noch ein paar Hinweise zu Ausschnittgestaltungen, Kragen und Blenden, sowie Taschen, gestrickten Falten und Ärmelbündchen und ein paar Vorschläge zu Raglannähten. Sowohl die Mustersammlung als auch der technische Teil erscheinen mir irgendwie beliebig zusammengewürfelt, es ist weder so gestaltet, dass es als ein Grundlagenbuch durchgehen kann, dazu fehlen zu viele Themenbereiche, noch ist es weiterführender Ratgeber, dazu gibt es zu wenig wirklich Inspirierendes. Allerdings ist das Buch sehr schön übersichtlich gestaltet, was mir wiederum gut gefällt.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 41/2009

Wie haltet Ihr es mit Euren Garnresten? Versucht Ihr, alles bis aufs letzte Gramm zu verstricken? Was macht Ihr mit den letzten kleinen Resten, werft Ihr die weg? Unterhalb von welcher Grammzahl wird ggf. weggeworfen? Oder verarbeitet Ihr auch Kleinstmengen in einem Resteprojekt, und wenn ja, was für eines wäre das?
Herzlichen Dank an Kerstin und an das Wollschaf für die heutige Frage!

Ich kaufe lieber immer etwas zuviel Wolle (einen Strang oder zwei Knäuel) als dann aufgeregt umherlaufen zu müssen, um die passende Wolle zu bekommen, wenn sie nicht reicht. Deswegen bleiben auch immer Reste übrig, die ich in einer großen Kiste lagere. Und zwar solange, bis ich das Strickstück entsorge. Dann kommen meist auch die Reste weg. Es sei denn, es ist ein besonderes Garn, von dem ich mich nicht trennen mag oder es ist soviel, dass ich daraus noch eine Kleinigkeit stricken kann (Mütze, Schal, Kissen etc.)

Sonntag, 30. August 2009

Michael Pearson: Traditional Knitting

Dieses Buch wollte ich schon lange kaufen, nur war es mir immer etwas zu teuer – es ist nur noch antiquarisch zu haben. Jetzt bin ich bei Amazon.de fündig geworden. Leider hat mein Exemplar ein paar Wasserflecken an den Seiten, minimal, aber dennoch störend. Aber für nur 6,50 Euro konnte man wohl nicht mehr verlangen.

Der Titel sagt es schon, das Buch gliedert sich in drei Teile: Fisher Ganseys, Fair Isle und Aran. Wobei der Hauptteil von den Fischerpullovern eingenommen wird. Es gibt nur einige wenige Beispiele für Fair Isle und bei der Aran-Strickerei ist dem Autor wohl völlig die Luft ausgegangen.

Michael Pearson ist entlang der Ostküste Großbritanniens und nach Cornwall gereist und hat dort unermüdlich alle Fischerdörfer abgeklappert, um an die Schätze der traditionellen Fischerpullover zu kommen. Seine Erlebnisse beschreibt er sehr wortreich und er hat sehr viele originale Schwarz-Weiß-Fotos mit den entsprechenden Modellen zusammengetragen. Zu jedem Foto gibt es eine Strickschrift mit dem verwendeten Muster. Diese kann man dann beliebig variieren und selbst entwerfen. Es ist das bisher umfangreichste und akribischste Buch zu Guernseys, das ich kenne und es enthält wirklich tolle Schätze, die sonst wohl verloren gegangen wären, wenn sich nicht Sammler wie Pearson finden würden, die alles detailgetreu festhalten.

Samstag, 29. August 2009

Zöpfe und Guernseys

Ich habe gerade meine alten Strickzeitschriften sortiert und in ihnen gestöbert, und da ist mir aufgefallen, wie großartig viele von ihnen doch waren. Das war in den Achtzigern. Da gab es noch jede Menge Hefte: Diana, Burda, Ingrid, Mikado, Strick&Schick, Katrin und und und... Es waren noch tolle Entwürfe mit schönen Mustern drin, richtig anspruchsvolle Sachen, die man auch tragen konnte. Oder die Verena: die war in den Neunzigern richtig gut. Aber ich finde, jetzt herrscht schon länger Flaute. Die Sachen sind oft so ausgefallen - da werden ganz merkwürdige Gebilde präsentiert, die ich im normalen Leben nie tragen würde. Oder sie sind einfach nur langweilig, ohne viel Aufwand und Mühe gemacht. Deswegen kommt es auch sehr selten vor, dass ich mal eine Strickzeitung kaufe. Wobei ich doch jedes Mal wieder voller Hoffnung in den Zeitschriftenladen laufe, wenn die neuen Hefte erscheinen! Aber meist ist der Inhalt enttäuschend und ich lasse die Finger davon. Doch diesmal konnte ich nicht widerstehen.

In der Rebecca ist viel Verzopftes, das hat mir ganz gut gefallen. Bei der Verena musste ich erst überlegen, weil mir kaum etwas zusagte. Aber da sie einen Teil über die Tradition des Guernseys enthält, kam sie schließlich auch mit. Außerdem hat Tina einen klassischen Fischerpullover darin entworfen, der wirklich schön ist!

Mittwoch, 19. August 2009

Kleine Schwarze

Irgendwann ist auch dieser Sommer vorbei und ein Blick in meine Sockenschublade verrät mir, dass die vier Paar Wollsocken dort nie und nimmer ausreichen, um den Winter mit warmen Füßen zu überstehen. Ich brauche also dringend Nachschub - so ist zwischendurch mal wieder etwas für mich fertig geworden.

Bei der Farbe und dem Muster war ich etwas einfallslos. Wie immer das geliebte Schwarz und einfache Zöpfe. Die habe ich ja schon mal gestrickt und sie haben mir gut gefallen. Erst habe ich noch überlegt, ob ich das Muster mit dem Schaft beende. Aber dann habe ich es bis zum Fuß fortlaufen lassen.

Garn: Sockenwolle von Woolworth schwarz (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 345m/100g
Verbrauch: 96 Gramm
Nadeln: Bambus-Nadelspiel 2,25
Größe: 40

Samstag, 8. August 2009

Wolle ganz naturbelassen

Mir war bis jetzt gar nicht klar, wie viele verschiedene Schafrassen es doch gibt. In England noch viel viel mehr als bei uns. Ich bin ja immer wieder neugierig auf die Wolle, die die unterschiedlichen Rassen liefern. Auf ihre Farbtöne, ihre Beschaffenheit und den Charakter. Jetzt bin ich auf Garthenor gestoßen und kürzlich kam dies hier an: eine Musterkarte mit kleinen Wollproben von verschiedenen Schafrassen, die unter streng ökologischen Bedingungen gehalten werden und deren Wolle völlig naturbelassen ist.

Es wird auch nicht gefärbt, sondern der natürliche Farbton des Vlieses wird beibehalten. Es gibt mehr als 80 Garne zu kaufen, von Lace-Stärken über 4 ply bis Super Chunky. Besonders gefallen mir die schwarze Wolle von den Black Welsh Mountain, die verschiedenen Braun- und Grautöne von Shetland-Schafen und die Wolle von den Cotswold- und Wensleydale-Schafen, die bei beiden wie Seide glänzt.