Mittwoch, 27. Mai 2009

Auftragssocken

Ja, ich weiß: langweiliger geht es kaum. Männersocken in schlichtem Rippenmuster und in einfachem Schwarz. Aber was anderes gibt es gerade nicht zu zeigen. Und es werden noch einige Paare dieser Art folgen.
Denn mein Bruder hat sich für den Winter jede Menge schwarze Wollsocken gewünscht. Muster sind ausdrücklich verboten! Schade. Die Socken werden schon jetzt im Sommer wegen der besseren Lichtverhältnisse gestrickt. Und da ich dafür Wolle von verschiedenen Herstellern verwende, muss jedes Paar ein bisschen anders werden, damit man sie später auseinanderhalten kann.
Es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl und bereichernd, wenn man nicht immer nur für sich selber strickt, sondern wenn man einem anderen Menschen mit seinen handgearbeiteten Sachen auch mal eine Freude bereiten kann.

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2009

Wie alt ist Euer ältestes UFO? Was hält Euch Euch davon ab es fertigzustellen?
Herzlichen Dank an Kerstin und an das neugierige Wollschaf für die heutige Frage!

Mein ältestes unvollendetes Strickstück liegt nun schon seit gut einem Jahr bei mir herum. Es sollte mal ein Aran-Pullover werden. Vorder- und Rückenteil sind fertig, die Ärmel fehlen noch. Anfangs fand ich das Muster noch schön, aber irgendwann leider nicht mehr, und darum habe ich den Pullover erstmal beiseite gelegt und vorläufig zum UFO erklärt.
Aber die Geschichte dieses Projektes reicht bestimmt noch fünf weitere Jahre zurück. Solange versuche ich nämlich schon aus dieser weißen Schafwolle etwas zu fertigen, was ich dann auch trage. Ich habe bestimmt schon fünfmal angefangen und wieder aufgetrennt und ich weiß jetzt schon, dass es dabei nicht bleiben wird, sondern dass ich irgendwann alles zum sechsten Mal auftrenne und nochmal neu beginne, mit einem anderen Muster. Sobald ich den passenden Einfall habe, was als nächstes daraus werden könnte.
Ich weiß auch nicht, warum ich das gute Stück nicht einfach irgendwo vergrabe, um es gnädig zu vergessen. Stattdessen liegt es gut sichtbar da, und ich stolpere jeden Tag aufs Neue darüber und mache mir Gedanken.
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es nicht gerade von Vorteil ist, etwas zu lange herumliegen zu lassen. Je länger es liegt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass mal was Brauchbares daraus wird. Der Geschmack ändert sich, die Wolle gefällt einem nicht mehr oder man stürzt sich lieber in neue Projekte mit neu erworbener Wolle. Und irgendwann landet die alte Wolle dann im Müll, leider.

Dienstag, 19. Mai 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2009

Meine Frage gliedert sich in mehrere Teile:
1.Was macht ihr, wenn ihr ein Garn mit einem oder mehreren Knoten im Knäuel erworben habt? a) zähneknirschend das Garn verarbeiten? b) Im Blog andere Strickende darauf hinweisen und die Herstellerfirma verfluchen? c) Beim Laden/Onlineshop Beschwerde einreichen und ggf. Ersatz einfordern? d) Direkt an die Herstellerfirma schreiben, mailen, telefonieren? e) eine Kombination aus mehreren Antworten?
2.Wie geht ihr mit den Knoten um - bzw. wie verarbeitet ihr generell Knäuelanfang und -ende? a) Knoten aufknüppern oder abschneiden und die Enden vernähen? b) Knoten lassen und irgendwie mitstricken? c) Knoten aufmachen und selbst bombenfest verknoten, dann mitstricken?
Herzlichen Dank an Michaela und das Wollschaf für die heutige Frage!

Mir ist es schon ab und zu passiert, dass ich einen Knoten im Wollknäuel hatte oder eine andere fehlerhafte Stelle. Bis jetzt habe ich das immer einfach so hingenommen, geärgert hat mich das nicht besonders. Deshalb würde ich mich darüber auch eher nicht beim Hersteller oder Verkäufer beschweren - habe ich auch noch nie gemacht, weil ich denke, dass das schon mal vorkommen kann. Aber wenn sich solche Dinge bei einem Garn häufen würden, also beispielsweise in jedem Knäuel mehrere Knoten wären, würde ich mich wahrscheinlich am ehesten an den Hersteller wenden und ihn auf das Problem hinweisen. Vielleicht bekommt man ja was Schönes als Entschuldigung dafür...

Wenn sich ein Knoten in der Sockenwolle befindet, dann stricke ich diesen einfach mit und ziehe die Fadenenden auf die Innenseite. Wenn ich ein neues Knäuel anfangen muss, mache ich auch einen Knoten. Beim Pulloverstricken verfahre ich aber anders, da es dort ja Ränder gibt. Ich lasse den Faden immer am Rand auslaufen und beginne dort mit dem neuen Faden, so dass die Fadenenden an der Seite sind und ich sie später in der Naht verstechen kann. Früher habe ich die Knoten wie bei den Socken mitgestrickt, das mache ich aber nicht mehr, weil ich die andere Lösung einfach geschickter und schöner finde.

Freitag, 15. Mai 2009

Gemustert

Mit der Zeit ist mir das Strümpfe stricken doch ein wenig zu einseitig geworden. Klar, es ist toll nach relativ kurzer Dauer ein fertiges Paar Strümpfe in der Hand zu haben, und wenn man mal einen Fehler macht, dann macht das Ribbeln und Neustricken nicht so viel Mühe wie bei einem großen Teil. Aber irgend etwas fehlte - das langsame Werkeln an einem Pullover, der jeden Tag nur ein paar Reihen wächst und einen über lange Zeit begleitet. Also habe ich mich ganz spontan entschieden, für etwas Abwechslung zu sorgen und habe etwas Neues angefangen.
Ob je etwas Fertiges daraus wird, weiß ich nicht. Beim Betrachten des Bildes habe ich nämlich den Eindruck, dass ich da etwas zu viel Muster in das gute Stück hineingepackt habe. Beim Stricken ist mir das noch nicht aufgefallen, ich hatte einfach so viel Freude an den Zöpfen. Aber ob man sowas auch am Körper tragen kann? Ich werde einfach solange weiterstricken, bis ich das herausgefunden habe...

Dienstag, 5. Mai 2009

Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2009

Am 13.06.09 ist der „Public knitting day“ und darum interessiert es mich, wo Ihr überall stricken würdet oder schon gestrickt habt. Im Café, Kneipe, Park, bei Elternabenden, Familientreffen, Flugzeug oder ähnlichem?! Und wo wäre Eurer Meinung nach Stricken nicht so angebracht?
Herzlichen Dank an Stephanie und das Wollschaf für die heutige Frage!

So eine ähnliche Frage gab es schon mal, und an meiner Antwort hat sich in der Zwischenzeit auch nichts Grundlegendes geändert. Ich stricke noch immer gar nicht gerne in der Öffentlichkeit. Das würde ich notfalls nur in der Gruppe, also zusammen mit anderen Strickerinnen tun, um nicht so aufzufallen. Deshalb kann ich hier auch keine Orte nennen, an denen ich außer Haus schon mal gestrickt habe. Weder im Wartezimmer noch in Verkehrsmitteln oder im Cafe. Ich erinnere mich nur, dass ich das damals in der Schule mal im Unterricht versucht habe, das war so ein Trend bei einigen Mädchen, und logischerweise wurde das von den Lehrern nicht so gerne gesehen.

Ansonsten ist mir aufgefallen, das ich immer dann automatisch zum Strickzeug greife, wenn mir langweilig wird. Ich sitze gerne strickend dabei, während sich andere Personen unterhalten und das Gespräch nicht so spannend ist. Nicht stricken würde ich nur, wenn mein Gegenüber meine volle Aufmerksamkeit braucht und sich mit mir unterhalten möchte. Dann mit gesenkten Kopf an etwas herumzunadeln fände ich sehr unhöflich.

Sonntag, 3. Mai 2009

Irmgard Gierl: Alte Strickkunst

Der Untertitel dieses Buches von Irmgard Gierl hat mich neugierig gemacht: "120 volkstümliche Muster zum Nachstricken für Janker, Pullover und Strümpfe". Ich liebe die Strickereien aus den Alpen wirklich sehr! Beim Durchblättern des Buches war ich dann etwas enttäuscht, denn es handelt sich vor allem um Lochmuster. Die Muster selber sind zwar wunderschön, aber ich weiß nicht, wie und wo ich sie verwenden soll.

Zuerst schreibt Irmgard Gierl einiges zur Entstehung des Strickens. Dann folgen jede Menge Musterbeispiele aus dem alpenländischen Raum und Beispiele aus alten bürgerlichen Musterbüchern.


Völlig enttäuschend für mich sind die vorgestellten Anleitungen von den britischen Inseln (Ganseys und Arans), denn sie stammen aus "Patterns for Guernseys, Jerseys and Arans" von Gladys Thompson und dieses Buch besitze ich bereits.

Trotz allem, was mir gefällt ist, dass das Buch mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist. Die Beschreibungen sind mit schönen schwarz-weiß-Fotos bebildert und in Textform sehr übersichtlich beschrieben.

Am Ende gibt es noch Anleitungen für zwei Norweger-Pullover und eine Norweger-Jacke sowie einen Island-Pullover.

Das Buch wurde schon im Jahre 1979 verlegt. Ich habe für ein neuwertiges Exemplar ca. 9 Euro bei Amazon ausgegeben, habe aber festgestellt, dass man es viel preiswerter über Ebay ersteigern kann.